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Zur Gründung der Evangelischen Stiftung Lühlerheim

 

Es war der rheinische Pfarrer Stursberg, der 1881 während der Generalversammlung der "Rheinisch-Westfälischen Gefängnis-Gesellschaft" in Düsseldorf in einem denkwürdigen Vortrag auf die zunehmende Not arbeits- und obdachloser Männer hinwies. Damit gab er letztlich den Anstoß zur Gründung der Arbeiterkolonie Lühlerheim.


Gründungsgeschichte

 

Wie war es zu diesem Notstand gekommen?

Die industrielle Revolution in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts brachte in Deutschland tief greifende Veränderungen hinsichtlich der sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse, der Arbeitsbedingungen und Lebensumstände mit sich.

Der Ausschuss der „Rheinisch-Westfälischen Gefängnis-Gesellschaft“ suchte nach Wegen zur Bekämpfung der Vagabundennot und trat mit dem „Rheinisch-Westfälischen Provinzial-Ausschuss für Innere Mission“ in Verbindung. Zusammen wollte man die Gründung einer rheinischen Arbeiterkolonie betreiben - ähnlich der westfälischen Einrichtung, die Pastor Friedrich von Bodelschwingh 1882 in Wilhelmsdorf eröffnete. 

Der "Rheinische Verein wider die Vagabundennoth" erstreckte sich schon bald in Ortsgruppen über die gesamte Rheinprovinz.

 

Pastor Stursberg „entdeckt“ die Lühlerheide

Für die im nördlichen Teil der Rheinprovinz zu schaffende Einrichtung fiel das Augenmerk der Gründer auf die Lühlerheide nördlich von Drevenack. Pastor Stursberg, offensichtlich die treibende Kraft bei den bisherigen Unternehmungen, fand diesen Standort nach langem Suchen und nahm Verbindung zu dem Landrat Frowein in Wesel auf. Im April 1884 fand eine erste Besichtigung der Lühlerheide statt. Das Gelände wurde für geeignet befunden und schon wenige Tage später richtete der Vorstand des Vereins eine Eingabe an den preußischen Minister für Landwirtschaft, Domänen und Forsten in Berlin zwecks Erwerb der 110,415 ha umfassenden Lühlerheide.


Gründungsgeschichte 02

 

Einweihung der Kolonie

Zum Erwerb von Grundbesitz war allerdings erforderlich, dass der Verein zuvor die Korporationsrechte (Rechtsfähigkeit) erlangte. Am 21. Mai 1886 wurde unter großer Beteiligung von Vertretern hoher staatlicher und kirchlicher Behörden die Kolonie eingeweiht. Die Weiherede hielt der Generalsuperintendent D. Baur aus Koblenz, Ehrenvorsitzender des Kuratoriums des "Rheinischen Vereins wider die Vagabundennoth". Die Nachfeier mit zahlreichen Ansprachen fand in Drevenack statt.

 

Verleihung der Korporationsrechte

Nach Abschluss dieses grundlegenden Vertrages beantragte das Kuratorium bei der Staatsregierung die Verleihung der Korporationsrechte für die Kolonie. Doch die Angelegenheit verzögerte sich. Der Grund: Das preußische Innenministerium hielt erneut eine Änderung der Statuten für erforderlich und verlangte, dass das Kuratorium von der Generalversammlung des "Vereins der Freunde Lühlerheims" ermächtigt werde, den Antrag auf Verleihung der Korporationsrechte an die Kolonie zu stellen. Somit sollte auch seitens des Vereins klargestellt werden, dass er selbst nicht der Träger für die Kolonie werden wollte.

Die Generalversammlung erneuerte im Mai 1890 den Beschluss, bei der königlichen Staatsregierung die Verleihung der Korporationsrechte für die Kolonie zu beantragen. Mit Erfolg: Der "Rheinischen Evangelischen Arbeiterkolonie Lühlerheim" wurden aufgrund der Satzung in der Fassung vom 23. Mai 1890 durch königliche Kabinettsorder vom 24.09.1890 die Korporationsrechte verliehen.

Mit der Verleihung der Korporationsrechte war die Gründungsphase der Stiftung Rheinische Evangelische Arbeiterkolonie Lühlerheim abgeschlossen.



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